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TSV Victoria Clarholz e.V. - Abteilung Hapkido
Die Entstehung des Hapkido
Hap-Ki-Do wurde von zwei Großmeistern begründet, Ji Han Jae und Choi Yong-Sul. Wer von den beiden letztendlicher Gründer des Hap-Ki-Do ist, ist auf Grund von gegensätzlichen Aussagen nicht festzustellen. Die Entwicklung des Hap-Ki-Do ist eng mit dem Leben der beiden Begründer verknüpft, so dass es unausweichlich ist, sich die beiden genauer anzuschauen.

Choi Yong Sul

Choi Yong-Sul wurde 1904 in Chung Buk, eine koreanische Provinz, geboren. 1912 wurde er von einem japanischen Händler als Adoptivsohn entführt. So gelangte er nach Japan. Allerdings wehrte er sich so sehr gegen seinen neuen "Vater", dass dieser ihn bald in den Gassen Japans alleine ließ. Sein Leben dort war solange durch Probleme, wie das fehlende Beherrschen der Landessprache oder seine koreanische Herkunft, geprägt, bis er über ein paar Umwege zu Sokaku Taekeda gelang. Dieser war das Oberhaupt des Daito-Ryu Aikijujutsu, eine Selbstverteidigungskunst, die nur den Höchsten der Samuraiclans beigebracht wurde. Allerdings brach Sokaku Taekeda das erste mal diese Tradition und brachte die Kampfkunst auch einem Außenstehenden bei, nämlich Choi Yong-Sul. Ein anderer Schüler unter Sokaku Taekeda war Morihei Ueshiso, der später das Aikido begründete.
Choi Yong-Sul lernte 30 Jahre bei seinem Meister, ehe dieser sich auf Grund der abzusehenden Niederlage Japans im zweiten Weltkrieg zu Tode hungerte. Choi Yong-Sul kehrte nach Korea zurück und führte dort ein normales Leben. Doch eines Tages bekam er während seiner Arbeit Ärger mit ein paar Arbeitskollegen. Durch seine lange Ausbildung war es ihm ein leichtes die Angreifer zu überwältigen, wie auch sein Chef feststellte, der den gesamten Kampf beobachtete. Da Chois Chef selbst den 1. Dan im Judo besaß, war er sehr an der Kampfkunst Chois interessiert und bat diesen ihm Training zu geben. Choi Yong-Sul willigte ein und drei Jahre später, am 12. Februar 1951 eröffneten die beiden eine Dojang. In dieser Dojang absolvierte dann auch Ji Han Jae sein Training und wurde zu einem von Chois besten Schülern.

Ji Han Jae

Ji Han Jae wurde 1936 im koreanischen Andong geboren. 1949 begann er mit seinem Training bei Großmeister Choi Yong-Sul und wurde einer seiner besten Schüler. Dort hielt es ihn aber nur sieben Jahre. Danach begab er sich bis 1958 zu einem Meister mit dem Namen "Taoist Lee", welcher ihm die Fußtechniken des Tae Kyon, Lang- und Kurzstocktechniken und Meditationsübungen beibrachte. Weiterhin erlernte er von einer Nonne spirituelle Techniken. 1958 kehrte Ji Han Jae in seine Heimat Andong zurück und gründete seine eigene Dojang. Etwa ein Jahr später reiste er erneut weiter und landete in Seoul, wo er damit anfing seinen eigenen Stil zu begründen. Dazu nahm er die Techniken seines Meister Choi Yong-Sul und verband diese mit seinem neu dazu gelerntem, den Stocktechniken und meditativen und spirituellen Übungen. Doch auch seine Umgebung prägte seinen neuen Stil. So bewegte ihn die Nähe einer Boxschule zu seinem Dojang dazu, Verteidigungstechniken gegen schnappende Fäuste zu entwickeln. Die Boxer hatten nämlich nicht die Angewohnheit ihren Arm nach dem Schlag gestreckt zu halten, wie es die Kampfkünste taten. Ji Han Jae fügte aber auch Verteidigungstechniken gegen Tritte hinzu, um sich gegen gängige Kampfkünste, wie Tan Soo do, Dong Soo Do, Kwon Bupand oder Taekwondo zu verteidigen. Mit der Grundlage von Choi Yong-Suls Techniken schuf Ji Han Jae seinen eigenen Stil - Hap-Ki-Do.

Der Weg nach Deutschland

Viele ambitionierte Menschen lernten in den Schulen Ji Han Jaes und Choi Yong-Suls. Darunter auch Kim Sou Bong und Park In Suk, die beide Bergleute waren. 1964 fanden sie Arbeit im deutschen Ruhrgebiet. Sie ließen sich in Castrop-Rauxel nieder und es dauerte nicht lange, dass sie dort mit der Weitergabe ihrer gelernten Kampfkünste begannen. So kam es, dass unter anderen Klaus Stöckner und Karl-Heinz Kickuth die ersten Deutschen waren, die in ihrer Heimat Hap-Ki-Do lernten. Das Interesse an Hap-Ki-Do war groß und so kam es, dass sich erste Vereine gründeten, wie der Hap-Ki-Do Club Beckum und Klaus Stöckner als erster Europäer seinen Dan im Hap-Ki-Do erlangte.

Die koreanischen Meister hielt es aber nicht länger in Deutschland, da ihre Arbeitsverträge ausliefen und so geschah es, dass sie in die USA und nach Kanada auswanderten, um dort Schulen zu gründen. Doch Karl-Heinz Kickuth, der seinen Dan am 02.02.1967 machte, führte die Bekanntmachung von Hap-Ki-Do fort. So kam es zu Gründung von neuen Vereinen und Abteilungen und 1970 erreichten fünf weitere Hap-Ki-Doin den ersten Dan.

Am 12.09.1981 war es dann soweit, dass der Nordrhein-Westfälische Hapkido Verband (NWHV e.V.) mit seinem ersten Vorsitzenden Werner Bakalorz gegründet wurde. 1991 wurde dann der DHB gegründet, um die verstreuten Hap-Ki-Do Schulen und Vereine zu einen. Dem DHB gehören derzeit die Landesverbände aus Hessen, Sachsen-Anhalt und Nordrhein-Westfalen an.